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Spontan-Auftritt: Pete Doherty am 23. November live im Pariser Truskel

Pete_Doherty.jpgWer? Der britische Skandalrocker und Frontmann der Babyshambles Pete Doherty.

Wann? Am 23. November 2011. Normalerweise beginnen Dohertys spontane Gigs so gegen 1 Uhr morgens. Aber so genau weiß man das vorher nie...

Warum? Bereits zum 5. Mal spielt der britische Skandalrocker Pete Doherty heute Abend im Pariser Club Truskel. In der Vergangenheit war einmal ein spontanes Konzert im Grand Rex geplant, so verplant wie Pete Doherty aber ist, hat er den Eurostar in London verpasst, wollte aber unbedingt in Paris spielen. Laurent Truel (Besitzer des Truskel) hat den Briten daraufhin für das Truskel geworben, wo er ab diesem Zeitpunkt um 1h/2h morgens umsonst gespielt hat. Seither ist Doherty regelmäßiger Gast in Paris. So zum Beispiel auch am letzten Samstag im Tigre (ehemaliges Alternativ, 5 rue Molière) - allerdings für 10 Euro!

Wo? Im Truskel: 12 Rue Feydeau, 75002 Paris, Metro Bourse L. 3 oder Grands Boulevards L. 8 oder 9

Wieviel? gratis!

(Text: Annika Schlüter)

In Paris nichts neues ? Ein kleiner Reiseführer beweist Euch das Gegenteil

Tu glaubst bereits alle Bars der Hauptstadt abgeklappert zu haben ? Alle belieblichen Wurst-Käse-Brot-Platten, die sie Dir bietet, probiert zu haben? Und selbst die rue Oberkampf hat an Reiz verloren?


von Matthieu Amaré, Annika Schlüter und Lilian-Marie Pithan


cc Zebenji Flickr


Gut möglich. Aber wir, beim Pariser Stadtgeflüster, wissen noch immer zu entzücken. Vor allem, wenn es ums trinken geht und das ganz einfach weil wir es lieben... Von der Teestube bis zum Stylo- Hotel, wo du in aller Ruhe dein Bier wegschlabbern kannst (aber besser zu Beginn des Monats, machen wir uns nichts vor), überrascht uns Paris noch heute!


Da kommt selbst der Pfennigfuchser aus seinem Loch und trinkt lieber wie eins.


Matthieu ist förmlich: Abbesses, darauf kannst Du zählen.


"Ich bin ziemlich zufällig auf den Ort gestoßen. Wie ein Toulouser eben, der Paris via Reiseführer entdeckt. Der Ort heißt „le Trou dans le mur“ (frz. Das Loch in der Wand). Ein alter Weinkeller quasi, der sein Hinterzimmer in eine Kantine umgewandelt hat. Etwa 200 Meter vom Place des Abbesses entfernt, verabrede ich mich gern dort mit ein paar Kumpels auf einen günstigen Satz fois gras (frz. Stopfleber), einen Wein aus dem Südwesten und einem traditionellen Baguette. Schließlich, bei Einbruch der Nacht,schließt der Keller seine Türen, um Sie im Vorrat umgeben vom Wirt, Künstlern und Montmartre-Liebhabern zu verwöhnen. Super um seine Ruhe zu haben und sich zu amüsieren, während man sich den Bauch vollschlägt.“ "Le Trou dans le Mur", 43 rue des Abbesses 75018 Paris


Von West nach Ost hat auch der Norden noch nicht sein letztes Wort gesagt.

Annika bleibt dem Norden treu : Direktion Batignolles und dann das 20te Arrondissement. Zwei völligst verschiedenen Orte bei gleichem Spaßfaktor.

Das Batignolles Viertel

Le Bloc, ParisFreitagabend, der lange Arbeitstag hat endlich ein Ende genommen und das Einzige, was du brauchst, ist mit Freunden ein, beziehungsweise 2 bis 5 Gläschen trinken zu gehen? Schnauze voll, sich immer wieder auf den Grands Boulevards, eingeengt zwischen jungen Studenten (hauptsächlich Erasmus, das heißt Lärm und Zoff vorprogrammiert), zu treffen und selbst die Rue Oberkampf hat für dich an Charme verloren aufgrund der drei Stunden Wartezeit für ein mehr oder weniger volles Bier? Richtungswechsel: Das Batignollesviertel im 17. Arrondissement hat einiges mehr zu bieten als seine zwei Parks (da wäre ein kleiner idyllischer Park und der große, recht neue Park Clichy-Batignolles), auch wenn diese gar nicht mal so schlecht sind. Batignolles ist ein sympathisches Viertel mit einer riesigen Auswahl an süßen und hippen Bars, offene Menschen (überrascht? Ich war es!) und einer jungen und kreativen Atmosphäre. Rendez-vous also: rue Legendre seitens der Batiognolles oder rue Brochant im ‚Bloc‘, 21 rue Brochant, Metro Brochant.

"Mama Shelter" 109 Rue de Bagnolet 75020 Paris

© icedsoul photography teymur madjderey FlickrLust auf etwas Style und Coolness aber nicht unbedingt auf den sonst eher typischen Schicki-Micki? Ich gebe ja zu, das ist in Paris nicht selbstverständlich. ABER Gott sei Dank gibt es das Mama Shelter, ein Hotel im 20. Arrondissement von Paris, direkt gegenüber vom Flèche d’or und erst seit September 2009 geöffnet. Bei einer familiären und entspannten Atmosphäre kannst Du sowohl mit Deiner Familie und Freunden brunchen (jeden Sonntag von 12 – 16 Uhr), als Dir auch am Vorabend bei frischen Dj-Sounds aus aller Welt an der Hotelbar ordentlich die Kante geben. Es ist niemand geringeres als der Architekt Phillip Starck, der hier seiner Kreativität Ausdruck verliehen hat: ein traschiger, familiärer, schicker, moderner und ländlicher Stil zugleich? Jo. Und so viel Charme zieht natürlich auch an den Promis nicht vorbei, sodass Vincent Cassel und Monica Bellucci hier regelmäßig die Geburtstage ihrer Töchter feiern. Aber PSSST!


Tee und Kuchen : warum sollten wir darauf verzichten, ist doch Vintage!

Lilian bevorzugt das Zentrum mit dem alten Pariser Kopfsteinpflaster. An der Bastille wird Tee zu jeder Zeit und mit jedem Alter getrunken. Den kleinen Innenhof Cour Darmoye, der vom Turbulenten Place de la Bastille abzweigt, übersehen auch Pariser leicht. Fast am Ende des Gässchens, an dessen Seiten sich weinumrankte Keramikläden und Kunstgalerien drängen, schmückt eine mit dem Schriftzug Café-Thé verzierte Laterne den Eingang der Brûlerie Daval, einer kleinen Kaffeerösterei, in der Andréa D’Amico Kaffee und Tee in alten Porzellantassen mit Sprung serviert. Das Sortiment – von Honigtee bis Mokka Harrar – als dass so groß, als dass man sich für nur eine Sorte entscheiden könnte. Aber da jede frisch gebrühte Tasse Kaffee oder Tee nur 1bzw. 1,50 Euro kosten, sollte man sich getrost durch alle an den Ladenwänden aufgereihten Blechdosen trinken. Bei schönem Wetter kann man seinen Kaffee auf einem Klappstuhl vor der Rösterei schlürfen und mit Madame D’Amico über ihre große Liebe, das 20. Arrondissement diskutieren. Zufallsbekanntschaften garantiert.

Wir können nicht garantieren, dass die hier vorgestellten Bars den ganzen Monat August geöffnet haben, wissen allerdings nun, wo wir mit unserer Oma einen trinken können und mit unseren Freunden eine tea-party machen können.

Schöne Ferien an Alle, wir sehen uns im September wieder !

Paris-Delhi-Bombay: Wenn das Curry bitter schmeckt

Von Jenny Lippmann


© Centre Pompidou Es ist anstrengend die Spitze eines Berges zu erreichen. Man braucht ausreichend Kraft, Motivation, Ausdauer und jemanden, der einem den Rücken stärkt. In der obersten Etage des Centre George Pompidou kann man noch bis zum 19.09. 2011 bei der Ausstellung Paris-Delhi-Bombay einem kleinen Mädchen zuschauen, wie es versucht auf einen Sockel zu klettern: Allein und hilflos. Paris öffnet den Besuchern im Rahmen der Ausstellung die Tore zu einem zwiespältigen und kontrastreichem Land, das Filme wie Lebe und denke nicht an morgen (Bollywood-Film aus dem Jahr 2003 unter der Regie von Nikhil Advani) hervorbringt und dabei einen Hilfeschrei auf das europäische Festland schickt. Nehmen wir ihn wahr? Was können wir dem kleinen Mädchen antworten?


Eine Verbindung zur größten Demokratie der Welt ist im Namen der Ausstellung Paris- Delhi- Bombay wiederzufinden. Der Besucher betritt die Räume und betrachtet Werke französischer und indischer Künstler. Schnell wird man sich dem Bruch im indischen Lande bewusst. Einerseits steht es für Mahatma Gandhi, Farbenmeere, Geruchsspiele und elektrische Verkabelungen. Andererseits schockiert es durch seine strikte Gesellschaftsordnung und harte Strafen.


Eines der wichtigsten Themen der Ausstellung, neben Wirtschaft, Politik und Religion, ist die Behandlung und das Leben der indischen Frauen. Trotz ihrer Vertreterinnen in diversen Parteien und so manchen Kampagnen gegen ihre Unterdrückung bleiben sie, indische Frauen, am Rande der Gesellschaft. Sie sind nützlich, sie schaffen an, sie werden verstoßen, misshandelt, verkauft - sie sind Objekte mit weiblichen Konturen.


So schleicht sich Angst in den Verstand und das Herz des wohlig-westlichen Besuchers. Dokumentationen, die von Vergewaltigungen und Ausschluss handeln, zeigen deutlich, welche Frauen in dieser Welt unsere Hilfe brauchen. ©  #PaDeBo_03


Plötzlich steht man vor diesem Sockel und alles vorher Gesehene fasst sich radikal in einem kleinen Körper aus Bronze zusammen. Viele Besucher setzen sich und nehmen sich die Zeit um nachzudenken. Man möchte dem Mädchen am liebsten einen kleinen Schubs geben. Doch dann befindet man sich selbst, gut frisiert und zurechtgemacht, in einem typisch bürgerlich eingerichtetem Appartement wieder. Der Blick vom Fenster aus zeigt auf eine verstaubte volle Straße. Baracken, absolute Trockenheit. Man hat das Bedürfnis das Fenster aufzureißen und jedem Einzelnen unter die Arme zu greifen.


Warum rebelliert die indische Gesellschaft nicht, ähnlich wie kürzlich die Länder in Nordafrika aufbegehrten? Die Antwort liegt auf der Hand. Wie sollen sie gegen jahrhundertelange Klassenordnung und Religion antreten? Liegt es also an uns? Könnten wir nicht zeigen, was wir über die Jahre gelernt haben und wie weit unsere Kräfte des Helfens reichen?


Wir protestieren hier und da, führen als Studenten ein Demonstranten- Dasein, das sich gleichzeitig mit Wissen und naiven Vorstellungen füllt. Vor allem als junge Frauen sehen wir oft nicht die Reichweite unseres Handelns, unserer Freizügigkeit: Wir dürfen sein, leben, denken, fühlen und - das Wichtigste - aussprechen, was uns beschäftigt. © Centre PompidouWir müssen lernen, dass wir auf einem Niveau angekommen sind, auf das wir stolz und für welches wir dankbar sein können. Vielleicht sollten wir auch begreifen, dass es keine absolute Gleichheit gibt und uns daran machen, Frauen auf der ganzen Welt die Freiheit zu beschaffen, die sie verdienen. Es geht nicht nur um unser alleiniges Leben, das wir mit Worten und Erfolgsbestreben führen. Wir müssen an die Welt denken, in der wir uns bewegen und wie wir sie erleben wollen. Wie sollen nachfolgende Generationen sich an uns erinnern? Nicht die Menge macht‘s, sondern die Taten, die jeder Einzelne von uns unternimmt.


Es geht nicht nur um unser alleiniges Leben, das wir mit Worten und Erfolgsbestreben führen. Wir müssen an die Welt denken, in der wir uns bewegen und wie wir sie erleben wollen. Wie sollen nachfolgende Generationen sich an uns erinnern? Nicht die Menge macht‘s, sondern die Taten, die jeder Einzelne von uns unternimmt.


Was können wir also tun? Zunächst dieses kuriose Land erforschen, das sich im Süden Asiens erstreckt; es wahrnehmen, davon kosten und überlegen, wie dieser Rohdiamant geschliffen werden kann. Sicherlich ist es eine lange, nervenaufreibende Aufgabe und ein steiler Weg; aber, sind wir es nicht den Frauen schuldig, die für ihre und nun unsere Rechte eingetreten sind? Sollten wir sie nicht zu allen Frauen, wie diesem indischen Mädchen tragen?


Lernen wir über den europäischen Tellerrand zu sehen, einzugreifen, Steine umzudrehen und Taten sprechen zu lassen.


Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit. Es ist schon längst von einer Forderung zum allgemein angenommenen Verhaltensmuster geworden. “Lass sie aussprechen!”. Ja, wir können unsere Sätze beenden. Manch eine würde aber gerne erst einmal beginnen dürfen (wie so manche Bilder der Ausstellung deutlich zum Ausdruck bringen)!


© Matthieu Aubry/Flickr
Es mag sein, dass Indien nicht bis in unsere europäischen Wohnzimmer vordringt und nur dann präsent wird, wenn es sich um Bollywoodschönheiten und neue Curry- Diäten dreht. Jedoch darf ein Staat, der sich Bundesrepublik nennt und zudem das zweitbevölkerungsreichste Land der Erde ist, nicht jene unterdrücken, die unsere Zukunft großziehen, ernähren, befürsorgen und ebenso ein Recht auf ein freies Dasein haben, wie jeder von uns.


Es ist lohnenswert sich einen Nachmittag Zeit zu nehmen, um die Ausstellung im Centre Pompidou zu besuchen, sich vor den Sockel zu setzen, auf welchen dieses Mädchen versucht zu klettern und zu fragen, wie wir es ihr erleichtern könnten aufzusteigen.

Summer in the City - Paris

Eiffelturm, Notre-Dame, Louvre, Champs-Elysée, Bateau-Mouche … An Attraktionen und Sehenswürdigkeiten mangelt es in Paris gewiss nicht, aber nun mal im Ernst : wer denkt bei 30° im Schatten schon an Museumsbesuche oder Erklimmen des Eiffelturms? Überlassen wir das mal den umherirrenden, Fotos knipsenden Kniestrümpfe-in-Sandalen-Trägern, denn eine Auszeit bekommt man so sicher nicht.


BoisDeBoulogneGanz anders im Bois de Boulogne, die sogenannten „Lungenflügel von Paris“, einer der größten Stadtparks der Welt und nur einige Meter von der Metrostation Rue-de-la-Pompe (Linie 9) oder RER C Avenue-Henri-Martin entfernt. Waldspaziergang? Man muss ja nicht gleich übertreiben. Bootstour mit Central Park Feeling mitten in Paris? Das muss ich sehen! Tipp: Vergesst nicht euren Picknickkorb!

Einen Sonnenuntergang genießen und gleichzeitig mit den Zehen im Sand herumspielen – Das ist von nun an keine Traumvorstellung mehr. Ein kleiner Überblick über Ausblicke, die es besonders in sich haben: Das Dach über der Luxusgalerie Printemps (66-68 bd Haussmann, Paris 9ème) verwandelt sich über die Sommermonate (außer August) jeden Donnerstagabend zu einer feschen techno Lounge. Überraschung: der Eintritt ist frei. Glazart Reicht euch die Vorstellung von kühlen Drinks und Ben & Jerry‘s Eis noch nicht, dann ist das Glazart (Paris 19, Porte de la Villette Metrolinie 7) sicher das Richtige für Euch. Sand, Liegestühle, Freilichtkonzerte, Dj‘s, Drinks: eine wahre Oase. Freier Eintritt von 22h - 1h beziehungsweise vorher je nach Konzerttarif.

Kinofreunde aufgepasst, denn nicht weit vom Glazart kommen auch Filmfans nicht zu kurz: Open Air Kino im Parc de la Villette vom 19. Juli bis zum 21. August, für? Umsonst! Beim Einbruch der Dämmerung kann man sich es bei einem kleinen Picknick und einer vielfältigen Auswahl an Filmen (von Kurzfilmen bis zu Klassikern) gemütlich machen. Wichtig: Wenn Ihr einen Campinghocker vor euren Augen vermeiden wollt, bitte früh kommen und keine Angst vor Nähe haben. Letzter Hinweis, eine Decke schadet nicht!

ParisBeachParis Plages bleibt nach wie vor DER Zufluchtsort schlechthin. Vertreten an 3 (!!!) Standpunkten der Stadt kann man es sich anlässlich des 10ten Jahrestages auf übergroßen Liegestühlen, unter Sonnenschirmen, kleinen Wasserstellen und mit erfrischenden Sounds vom 21. Juli bis 21. August besonders gutgehen lassen. Da wären: die Voie Georges Pompidou, auf der rechten Seine-Seite, direkt gegenüber vom Jardin des Tuileries.


HotelDeVillePlage


Wie gehabt auch das Bassin de la Villette, in der Nähe des MK2 Kinos an Jaurès (Metrolinie 2,5) und schließlich der Platz vor dem Rathaus von Paris (Hôtel de Ville), der ebenfalls mit tonnenweise Sand überhäuft, dieses Jahr von der FNAC, im Rahmen von Liveauftritten vom 21.- 24. Juli zum Auftakt der diesjährigen Paris Plages Saison, unterstützt wird. Hinzu kommt die kostenlose Sonderausstellung „Paris sur Seine“ im Inneren des Gebäudes.

So, dies sollte als kleine Auswahl an Möglichkeiten erst einmal genügen. Wie Ihr seht hat Paris sich voll und ganz auf die Sommermonate eingestellt und das nicht nur für Touristen. Erkundigt Euch am besten bei der Mairie (Rathaus) eures Arrondissements und schon kann der Spaß beginnen. Wer jetzt noch nörgelt ist selber Schuld, denn über das Wetter ist leider niemand Herr.

Fotos: flickr (cc) deFe, Gidrah, philippe leroyer, nicholasngkw

Europas Straßen finden Einzug im Carré de Baudouin, Paris

Europa Graffiti – mehr als 30 Künstler, mehr als 30 Jahre Graffiti: zum Anlass des Hip Hop Festivals und der Kosmo Art Tour 2011, empfängt das Rathaus des 20 Arrondissements von Paris internationale Künstler in die Säale des Pavillions Carré de Baudouin zu einer modernen, vielseitigen und dem Geschmack der Zeit angepassten Ausstellung im Namen der "Street“.

Von Annika Schlüter
Fotos von Margaux Amaré


© Margaux Amaré
Graffiti und Street Art sind zwei Kunstformen, die sich häufig in Abgrenzung zum Anderen definierten. Wobei ersteres auf Schrift und Aussage basiert, erscheint die Schrift bei der Streetart eher als irrelevant, sodass das Interesse des Bildes in den Vordergrund gerückt wird. Schluss mit Alleingängen: sowohl die Künstler als auch die Anordnung der Werke zeigen einen spielerischen Austausch zwischen zwei zeitgenössischen Strömungen, wodurch die einstige Unterteilung von Kunstformen und Ländern in Frage gestellt wird. Und hier finden sie sich wieder: Europa Graffiti! Was dabei herauskommt ist eine Bereicherung und zwar beiderseits.


© Margaux Amaré


Die einleuchtende Einfachheit der Räume, wodurch der Effekt der „Straße“ hervorgerufen wird, verbunden mit dem erklärenden Aspekt einiger Werke nach dem Motto 'Kunst zeigt, woraus Kunst gemacht wird', ermöglicht dem Besucher einen tieferen Einblick in diese junge und kreative Szene, vertreten von 35 erfahrenen und bekannten Künstlern im Alter von 29 bis 50 Jahren, zu erlangen. Für jeden zugänglich und ausgesprochen vielseitig, verleiht die Ausstellung dieser Form auch über der Straße hinaus ein Leben.


Zurück in die Zukunft


Trotz der europäischen Ausrichtung der Ausstellung, entzieht sie sich nicht einer kleinen Reise in die „States“, dem Ursprung des Graffitis, representiert von TKID 170 aus New York, der über lange Zeit die europäischen Künstler inspiriert hat. Zu finden ist dieser am Ende der Austellung, was ein Ensemble zwischen dem Ursprung und dem, was daraus, hier in Europa, mit dem Pariser Streetartpioneer Speedy Graffiti, direkt am Eingang zu bewundern, geworden ist, herstellt. Man muss weder Kunststudent oder Sprayer, noch Franzose, Italiener, Niederländer, Belgier, Deutscher, Schweizer, Pole oder Amerikaner sein, um die Absicht der Künstler nachvollziehen zu können. Ein kleines bisschen Offenheit und Zeitgeist kann jedoch nicht schaden.
© Margaux Amaré


Die Leidenschaft der Künstler, die häufig als Vandalismus angesehen wird, kann möglicherweise nur auf diesem Weg zu schätzen gelernt werden. Die Künstler sind hauptsächlich unter ihrem Pseudonym bekannt, um dem Risiko, von den Gesetzeshütern geschnappt zu werden, aus dem Weg zu gehen – oder ist es genau dieses, was den Reiz dieser Kunst ausmacht?


Der Kampf gegen illegale Graffitis: Kosteneinsparung durch Autorisation und Subventionen ?


© Margaux Amaré


Wie dem auch sei, die meisten Großstädte haben die Initiative ergriffen und Flächen für generell illegale Graffitis freigegeben, wie letztlich Köln und Duisburg in Deutschland oder der Abgeordnete Daniel Senesael in Estaimpuis, Belgien, der die Operation „Street Art“, mit amerikanischen Vorbild, ins Leben gerufen hat. „Die Kunst gehört der Straße, solange sie ein Minimum beherrscht wird. Das Sprayen kann also sonstigen Unsinn vermeiden.“ Diese Art, die Straße für Kunst zu öffnen, ist ein Mittel gegen die unerwünschten Tags.


© Margaux Amaré

Die Tatsache, diese Art von Kunst auszustellen ist sehr riskant, zeigt jedoch die Bereitschaft des Rathauses vom 20. Arrondissements: öffentliche Art unterstützen um Kosten für den Kampfes gegen Graffiti einzusparen? Laut der Stadt Paris werden jährlich 190 000 m² mit Tags beschmutzte Wände an öffentlichen und privaten Gebäuden von den systemathisch einschreitenden Kräften behandelt. - Was nun bleibt, ist die Hoffnung, dass diese Initiative leidenschaftliche, jugendliche Nachfolger motiviert, in ihrem Interesse einen Schritt weiter zu gehen und Vandalismus in diesem Sinne ein Ende zu setzen, mit dem Ziel vor Augen, die Straße und Realität ins Museum zu bringen, nachdem die Kunst und das Museum auf die Straße gebracht wurden.

Auf eine Tasse Kaffee mit Madame d'Amico

Den kleinen Innenhof Cour Darmoye, der zwischen dem breiten Boulevard Richard Lenoir und der turbulenten Rue de la Roquette vom Place de la Bastille abzweigt, übersehen auch Pariser leicht. Nicht zuletzt, weil der Eingang in dieses verwunschene Reich ab den frühen Abendstunden bis zum Morgen von einem hohen Eisentor versperrt wird. Begibt man sich aber zu zivilisierten Zeiten in diese Ecke von Paris, steht das große Tor jedem Besucher offen und führt auf eine unebende Pflastersteingasse, an deren Seiten sich weinumrankte Keramikläden und Kunstgalerien drängen. Fast am Ende des Gässchens schmückt eine mit dem Schriftzug café – thé verzierte Laterne den Eingang der Brûlerie Daval, einer kleinen Kaffeerösterei, in der Andréa d'Amico Kaffee und Tee in alten Porzellantassen mit Sprung serviert. Das Sortiment – von Honigtee bis Mokka Harrar – ist fast zu groß, als dass man sich für nur eine Sorte entscheiden könnte. Aber da jede von Madame d'Amico frisch gebrühte Tasse Kaffee oder Tee nur 1 bzw. 1,50 Euro kosten, sollte man sich getrost durch alle an den Ladenwänden aufgereihten Blechdosen trinken. Cafe the

Bei schönem Wetter kann man seinen Kaffee auf einem Klappstuhl vor der Rösterei schlürfen und mit Madame d'Amico über die schwierige Wohnlage in Paris, die hohen Mieten am Place de la Bastille und ihre große Liebe, das 20. Arondissement diskutieren: „Meine Kunden beneiden mich um meine Allgemeinbildung – aber dafür habe ich von Geschäftsführung und Finanzen kaum eine Ahnung! Das ist bei der momentanen Wohnsituation in Paris natürlich nicht von Vorteil.“ Dass sie nichts von Finanzen verstehe, sei vor allem ihrer Mutter geschuldet, die sie immer nur dazu angehalten habe, ihre Aussteuer zu nähen, und so von handfesteren Dingen ferngehalten habe. Die Miete für ihre kleine Brûlerie kann Madame d'Amico aber glücklicherweise trotzdem noch bezahlen, nicht zuletzt dank ihrer vielen Kunden, die sogar aus der Banlieue bis zur Place de la Bastille fahren, um hier ihre monatliche Kaffee- oder Teeration zu kaufen. Die Gefahr langer Wartezeiten und ungenießbarer Kaffeebrühe ist hier also trotz des regen Betriebs kurz vor Ladenschluss gebannt – ein wenig Geduld beim Rösten und Aufbrühen des Kaffees genügt und der Pariser Nachmittag ist perfekt. Zufallsbekanntschaften garantiert!

Brûlerie Daval: Cour Damoye, 12 place de la Bastille, 75011 Paris (Métro Bastille oder Richard Lenoir), Öffnungszeiten: 10-13h und 15-19h (außer montags)

Foto: (C) Emmanuel Tabard

Paris: Lebkuchen gegen Lafayette

Ist denn schon Weihnachten? Der Kalender sagt ja, Paris nein. Aber Moment mal, befinden wir uns nicht in der angeblich romantischsten Stadt der Welt?

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Wer in den letzten Tagen durch die Pariser Straßen spaziert ist, wurde nicht gerade von Weihnachtsdekoration, bunten Lichtern und einem die Luft erfüllenden Zuckerduft begleitet. Doch dann biegt man hinter der alten Oper nach links ab und am Boulevard Haussmann, dem Shopping-Mekka der französischen Hauptstadt, klingelt, singt und glitzert es in den Schaufenstern. Sind Pariser Weihnachtsmuffel? Sollten die sonst so humorlosen Teutonen zu Weihnachten die romantischeren sein?

Das ist schon gut möglich. Es scheint, als sei das letzte Fest im Jahre in der französischen Hauptstadt auf den Handel beschränkt. Die Deutschen hingegen halten fest an ihren Traditionen: Zu Weihnachten gehören nun einmal Adventskränze, Stollenbacken und das Bummeln über den Weihnachtsmarkt.

noel_pauvrete.jpg“Paris, die romantischste Stadt der Welt? Sie ist vor allem Handel, Tourismus, Armut und Sorgen, in eine alte Vorstellung von Amour & Montmartre eingehüllt”, sagt eine junge Pariserin. Man brauche sich doch nur umzusehen. Niemandem ist beim Anblick von Obdachlosen im Schlafsack, grimmigen Gesichtern jeden Morgen in der Metrolinie 13 und bei einem Gemisch aus Schnee und Regen zum Fröhlichsein zu Mute.

Doch an Weihnachten sollen ja keineswegs Tatsachen verschleiert werden. Besinne man sich doch einen Augenblick auf die grundlegenden Dinge des Festes: das Zusammensein, das Miteinander, das Beachten, das Füreinanderdasein. Es ist traurig auf solche Moralpredigten nur an Weihnachten Wert zu legen. In beiden Ländern. In Deutschland und in Frankreich klingeln um diese Zeit die Spendentöpfe und Hilfsaktionen. Heißt das nun, wir nehmen 11 Monate im Jahr und geben nur im letzten?

Man könnte ein ganzes Buch über den Weihnachtscharakter unserer heutigen Gesellschaft schreiben. Doch kommen wir auf die eigentliche Frage zurück: Wo ist der weihnachtliche Zauber in Paris? Wird er vom Alltag in Geschenkpapier eingewickelt? Oder ist der städtische Zauber in Paris ohnehin Schnee von gestern?

Wenn man lange Zeit in derselben Stadt gelebt hat, wird man irgendwann blind und ignorant für Sehenswürdigkeiten. In den Louvre gehen - an einem Sonntag? Große Güte, da wird man nur von einem Gemälde zum Nächsten geschubst. So bleiben Schätze verborgen. So werden geglaubte Klischees nur belächelt: niemals einen Regenschirm in Paris, einmal am Tag über die Seine laufen und von einer Liebesaffäre in die nächste stolpern.

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Klingt denn das parisersich? Für ehrwürdige Anhänger dieser Geschichten schon, ja. Oftmals sind sie es, die die Straßen füllen und sich an den touristischsten Ecken Inspiration holen. Warum nicht?! Müssen sie deswegen gleich als Träumer oder Sensibelchen belächelt werden? Gelegentlich befinden sich unter ihnen auch jene, die die Sraßen aufgrund ihrer Erfahrung in sich verwurzelt haben. Sie plädieren für das Festhalten an den Geheimnissen und der Ausstrahlung der Stadtmauern.

An Weihnachten jedoch, wenn in Deutschland Tag und Nacht Schnee fällt und man sich am Glühweinstand drängt, scheint Paris kalt, grau, nass; kurz gesagt: Die novemberliche Atmosphäre wird in den Dezember geschleppt. “Sous le ciel de Paris” ist man melancholisch, ohne Antrieb, versteckt sich unter dem Regenschirm. So hat es den Anschein, dass das Fest der Liebe vom Wetter bestimmt wird.

Nach außen hin schon. Ein Tannenbaum sieht ja im Regen auch jämmerlich aus. Und im Inneren, im Herzen? Nun, das pocht wie verrückt auf der Suche nach Geschenken und auf der Suche nach Um- bzw. Auswegen im 9. Arrondissement - rund um den überfüllten Boulevard Haussmann. Hätten Pariser eine andere Einstellung zum Fest der Liebe, wenn Napoleon den Adventskranz in Frankreich eingeführt hätte? Wären sie dann die Weihnachtszauber-Nation? Für mich steht auf jedenfall eins fest: Im Dezember können die glitzernden Galeries Lafayette keinem Lebkuchen in die Quere kommen. Möge es bunte Keksstreusel über Paris schneien!

Text: Jenny Lippmann

(Fotos: Vitrine (cc)JournalsDesVitrines.com/flickr; Obdachlose am Canal St. Martin 2006 (cc)Arslan/flickr; Galéries Lafayette 2010 (cc)atrupo/flickr)

Multimediale Orientierungslosigkeit auf den Rencontres Internationales Paris/Berlin/Madrid

Der Palais de Tokyo ist als Wallfahrtsort der Anhänger von moderner Kunst und Design zwar für schräge Werkschauen und verrückte Installationen bekannt, aber seine Besucher sind doch nicht immer auf die künstlerischen Kapriolen gefasst, die die Kuratoren mit den von ihnen eingeladenen Künstlern schlagen. So hat sich am 30. November eine nicht geringe Zahl kunstinteressierter Pariser in eine Multimediaperformance gewagt, die als Neuinterpretation des Stücks Variation VII des US-amerikanischen Künstlers und Komponisten John Cage mithilfe moderner Kommunikationsmittel angekündigt wurde.

Die vier Künstler Atau Tanaka, Matt Wand und das Duo :zoviet-france: bemühen dementsprechend alle denkbaren elektronischen Geräte, von Fernseher und Radio bis zu Mikrofon und Handy, um den radiowellengetränkten und daher potentiell musikalischen Raum um uns herum hörbar zu machen. Wild flackernde Scheinwerfer komplettieren das Bild der vier an ihren Mischpulten agierenden Künstler und verwandeln Cages Oeuvre in einen philosophisch-psychedelischen Trip in Graustufen. So grandios die einstündige Performance auch sein mag - das Publikum weiß es nicht zu danken und verlässt, je intensiver die Geräuschkulisse wird, hastig den Raum.

Wie bringt man moderne Film- und Videokunst an den Mann?

Eben dies scheint auch das Problem des Festivals, in dessen Rahmen die Performance stattfindet: Les Rencontres Internationales Paris/Berlin/Madrid haben ein zu ehrgeizig „modernes“ Programm, als dass es dem durchschnittlichen Pariser Ausstellungsbesucher zusagen könnte. Das Festival, dessen Kuratoren es sich seit 1997 zur Aufgabe gemacht haben, in Paris, Berlin und Madrid die Auseinandersetzung mit moderner Film- und Videokunst zu fördern, vereint in diesem Jahr 150 Werke von Künstlern aus mehr als 60 Ländern an verschiedenen Aufführungsorten und will auf diese Weise das Nachdenken über die moderne Bildkultur befördern. Neben der Ausstellung RE:MADE im Centre Pompidou stehen auch Diskussionsrunden, Multimediainstallationen, Kurzfilmreihen und Werkschauen der Regisseure Pere Portabella, Pedro Costa und Antoni Muntadas auf dem Programm. Während viele dieser Zusammenstellungen allerdings etwas willkürlich erscheinen, lassen sich doch hin und wieder wahre Perlen zwischen den zahlreichen, eher disparaten Beiträgen, bei deren Anblick man sich leise fragt, wie sie es überhaupt in das Festivalprogramm geschafft haben, entdecken.

Einige Perlen in der multimedialen Orientierungslosigkeit

So ist der spanische Künstler Manuel Saiz in der Ausstellung RE:MADE mit seinem Video Sic transit (2009) vertreten, für das er befreundete Künstler auf seine Kamera zulaufen und im Zustand körperlicher Erregung philosophische Texte in ihrer jeweiligen Muttersprache rezitieren lässt. Die poetischen Porträts entlang des abendlich blauen Tibers sind nicht nur wunderschön, sondern verbinden auf gekonnte Weise Poesie und Fotografie zwischen Licht und Schatten. Auch das Internetprojekt Les lois de la non conservation (Frankreich, 2010) von Christophe Bruno, der 2002 das Fantasiewort „sorgoine“ erfindet und seitdem seine Verbreitung im Internet verfolgt, fasziniert durch die scheinbare Leichtigkeit, mit der offensichtlich sinnlose Worte kreiert und durch das Internet verbreitet werden können.

Die meisten Kurzfilme, die das Festival am 26. November eröffnen, enttäuschen aber. Nur Almagul Menlibaeva Menlibayeva vermag mit ihrem Film Milk for Lambs (Kasachstan, 2010), eine teils surrealistische teils dokumentarfilmische Hommage an die animistischen Praktiken kasachischer Steppenvölker, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Auch Xenia Lesniewskis Animationsfilm Remisequenz (Deutschland, 2010) und Erwin Olafs verstörender Kurzfilm Dusk and Dawn (Niederlande, 2009) heben sich von dem restlichen Programm durch ihre besondere Bildersprache ab. Andere Beiträge wären besser durch den Titel des Kurzfilms von Mauro Folci charakterisiert, der passenderweise Noia („Langeweile“; Italien, 2009) lautet und wenigstens einige Lacher im Publikum produziert.

Es ist also zu hoffen, dass die zweite Hälfte des Festivals eine größere Anzahl interessanter Beiträge bereithält. Der modernen Kunst, die ohnehin mit Unverständnis und geringen Publikumszahlen zu kämpfen hat, wäre es zu wünschen.

Das Festival Les Rencontres Internationales Paris/Berlin/Madrid findet noch bis zum 4. Dezember im Centre Pompidou, im Palais de Tokyo und im Théâtre du Châtelet statt.

Der Fall der Berliner Mauer: bald 20 Jahre

Am kommenden 9. November ist es 20 Jahre her, als die von der DDR gegen die Abwanderung gen Westdeutschland errichtete Mauer fiel. Im Laufe von 28 Jahren wurden Hunderte von Personen eingesperrt oder schlimmer, sie haben den Tod gefunden bei dem Versuch, das zu durchbrechen, was als Symbol der von der ostdeutschen Regierung geführten Schreckensherrschaft blieb. Dennoch ist nach Jahren der Repression und Trennung, die Berlin bezeugen kann, die Wiedervereinigung ausgerufen worden. Unter dem Antrieb einer Volksbewegung und in einem geopolitischen Kontext, wo der russische Kommunismus zurücktrat, schafft es Helmut Kohl, die Einheit der zwei deutschen Territorien mit der Akzeptanz des Generalsekretärs der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, Michail Sergejewitsch Gorbatschow, wiederherzustellen.

Photo : http://www.flickr.com/photos/proginor/2176945102/

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Das französische Projekt einer Steuer auf Kohlenstoff: das schwedische Modell auf Frankreich angewandt?

Man stellt sich in Frankreich seit gut zwei Jahren diese Frage, seit 2007 und besonders seit dem Klimagipfel. Die Stiftung Nicolas Hulot schlug nun vor, gemäß dem schwedischen Modell bei allen Konsumgütern eine Steuer auf Kohlenstoff einzuführen, und zwar entsprechend dem für die Produktion der Güter benötigten CO2-Verbrauch, aber auch auf den Verbrauch von Kraftstoff, Heizöl… Künftig prinzipiell von Allen akzeptiert, stellt sich nun die Frage nach den Modalitäten, wie man eine solche Steuer anwendet: der Betrag, ein Ausgleich für Unternehmen und Privatpersonen… Zum Zeitpunkt der EU-Präsidentschaft Schwedens, wo dieses Verfahren bereits seit etwa zwanzig Jahren umgesetzt wird, besteht für Frankreich und für ganz Europa die Gelegenheit, einen neuen Schritt im Sinne einer Umweltsteuer zu machen.


Photo: http://www.flickr.com/photos/swarmoeskerken/2620938431/

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